Marija MIRKOVIĆ,
Kapela Sv. Antuna Padovanskoga u Remetincu.

Str. 46-67.


Sažetak

 

U članku se prikazuju nastanak, oblikovanje i urešivanje kapele Sv. Antuna u župnoj crkvi sv. Marije u Remetincu kod Novoga Marofa. Povezivanjem sa sudbinom donatora iz roda Patačić može se razotkriti uloga te razgranate plemićke obitelji u širenju štukature u sjevernoj Hrvatskoj, a otkrivanjem motivacije za izgradnju ove kapele (želja za muškim nasljednikom) podrobnije rekonstruirati ikonologiju prostora.

Ključne riječi: Remetinec, Patačić, štukatura, ikonologija.

 

Zusammenfassung: Die Kapelle des Hl. Antonius von Padua in Remetinec.


Der ehemaligen gotischen franziskanischen Klosterkirche der hl. Maria in Remetinec bei Varaždin wurde an der Wende des XVII. Jahrhunderts (um 1704?) eine Seitenkapelle angebaut und dem hl. Antonius von Padua geweiht. Der Auftraggeber war der Feudalherr Balthasar II. Patačić (1663-1719). Mitglieder dieser Familie liessen in Nordkroatien (Zagreb, Remete, Varaždin, Lepoglava) zw. 1683 und 1726 mehrere Seitenkapellen errichten, die alle reich mit Stuck verziert wurden. Man vermutet, dass die Stukkatur in Remetinec Josef Anton Quadrio aus Maribor/Marburg schuf. Die mit Stuck umrahmten Kartuschen wurden mit Szenen aus dem Leben des hl. Antonius bemalt. Da sie mehrmals beschädigt und verbessert wurden, kann man heute über ihren Autor keine Schlüsse mehr ziehen. Die Struktur der Bemalung blieb jedoch erhalten. In der Wandzone wird der Heilige als bescheidener Mitbrüder und ausgezeichneter Prediger dargestellt, und am Deckengewölbe seine Wunder. Oberhalb des Altars, im ideellen Mittelpunkt des Raumes, beziehen sich vier Szenen auf Wunder in denen der Heilige Kinder heilt bzw. zum Leben erweckt, oder der werdenden Mutter die Geburt eines Sohnes verspricht. Im geometrischen Mittelpunkt ist die Apotheose des Heiligen dargestellt.

Die Ikonologie dieses Raumes wird verständlich, wenn man den Kontext der Kapellenerrichtung rekonstruiert. Balthasar Patačić und seine Frau Therese geb. Gereczy de Gerecz (*1675) verloren, laut erhaltener Dokumente, ihre männliche Nachkommen gleich nach der Geburt (Stefan 1690, Emmerich Ladislaus 1692). Dass sich dann die Eltern in ihrer Verzweiflung an den hl. Antonius wendeten, bezeugen die Namen der zwei Söhne welche 1697 (ANTON Alexander Maria) und 1699 (Gabriel Herman ANTON) zur Welt kamen und später hohe Funktionen in der Staatsverwaltung und Kirche errangten. Ihnen folgten später noch Ludwig (1700) und Sigismund (1701). Erst 1704 starb wieder ein neugeborener Sohn, Stefan. Die Ausstattung der Kapelle soll wohl als bildliches Gebet für glückliche Geburt von Söhnen verstanden werden.

 

(Objavljeno u zborniku  „Patačići od Zajezde i crkva u Remetincu“, 2006.)